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Diabetes und Schwangerschaft

Wir freuen uns mit Ihnen über ihre Schwangerschaft.

Gerade diese wichtige Phase in Ihrem Leben sollte gut geplant sein. Dies bedeutet auch, Veränderungen Ihres Organismus im Schwangerschaftsverlauf durch Vorsorgeuntersuchungen früh zu erfassen und darauf zu reagieren.
Hier können Sie auf die Erfahrung und Kompetenz Ihres Frauenarztes voll und ganz vertrauen.
So führt er z.B. ca. in der 25 Schwangerschaftswoche (in bestimmten Situationen auch eher) einen Suchtest auf erhöhte Zuckerwerte durch. Denn im Verlauf der Schwangerschaft ändert sich infolge der hormonellen Umstellungen die Wirksamkeit des Insulins Ihrer Bauchspeicheldrüse - in der Folge können die Blutzuckerwerte zu hoch liegen. Dies ist bei ca. jeder zehnten werdenden Mutter der Fall und damit gar nicht so selten.


Bei wem ist nun das Risiko auf den Schwangerschaftsdiabetes ("Gestationsdiabetes" genannt) besonders erhöht?

  • Lebensalter über 35 Jahre
  • Übergewicht
  • Diabetes bei Eltern, Geschwistern, Großeltern
  • Probleme im Verlauf vorangegangener Schwangerschaften, erhöhtes Geburtsgewicht über 4500 g
  • Bluthochdruck und Zucker im Urin

Sollten diese Risiken vorliegen, so raten wir Diabetologen zum "Zuckerbelastungstest" mit einem geeichten Meßsystem, wie es in den Diabetes-Schwerpunktpraxen vorhanden ist. Dabei werden die Blutzuckerwerte nach dem Trinken von 75 g Dextrose mehrfach gemessen. Sind die Messwerte zu hoch, so werden wir Sie hinsichtlich einer angepassten gesunden Ernährung beraten und Ihre Schwangerschaft mit regelmäßiger sehr genauer Analyse und Optimierung Ihrer Blutzuckerwerte begleiten. Dabei werden wir uns eng mit Ihrem betreuenden Frauenarzt abstimmen.


Ist Schwangerschaftszucker gefährlich?

Unter Umständen: ja! Denn erhöhte Blutzuckerwerte können unbemerkt bleiben, da sie keine Beschwerden verursachen. Die Folgen für Sie als Mutter und Ihr Kind sind Schwangerschaftskomplikationen und Gefahren für Ihr Kind. Diese können wir durch rasche Normalisierung der Blutzuckerwerte komplett vermeiden.
Meist reicht hier eine fachkundige Ernährungsberatung durch unsere Diabetesberater/innen. Sie werden Sie - falls nötig - auch im weiteren Verlauf Ihrer Schwangerschaft betreuen. Prinzipiell legen wir Wert auf eine ausgewogene gesunde, gemüsereiche und vollwertige Kost, wobei auch der Gewichtsverlauf in der Schwangerschaft mit berücksichtigt wird.
Ihre Blutzuckerwerte und der Verlauf der Schwangerschaft werden von unserem Team diskutiert und ggf. weitere Vorschläge zur Normalisierung der Blutzuckerstoffwechsellage erarbeitet.

Unter Umständen ist es sinnvoll, dass Sie von uns ein Messgerät zur Blutzucker-Selbstkontrolle erhalten, so dass Sie selbst kontrollieren können, ob Ihre Zuckerwerte auch nach den Mahlzeiten im Normalbereich liegen. Diese Werte werden wir dann gemeinsam analysieren.


Was ist nach der Entbindung zu beachten?

Der Schwangerschaftszucker verschwindet durch die erneute hormonelle Umstellung meist wieder nach der Entbindung. Nach 6 Wochen wird dann noch einmal ein Kontrolltest von uns durchgeführt.

PS: Die Wahrscheinlichkeit des Vererbens eines Schwangerschaftsdiabetes ist extrem gering, allerdings besteht die Möglichkeit, dass Sie bei Bewegungsmangel und Übergewicht selbst einen Diabetes Typ 2 entwickeln könnten.

Falls bei Ihnen ein Diabetes Typ 1 bereits bekannt ist, muss eine Schwangerschaft besonders sorgfältig vorbereitet werden. Dann sollten Sie sich schon zur Planung in Ihrer Diabetesschwerpunktpraxis melden. Die Gefahren für Sie und vor allem Ihren Nachwuchs sind dann sehr groß, so dass wir zu einer besonders intensiven Betreuung raten. Wir sind dann jederzeit für Sie erreichbar.
Natürlich besteht in dieser Situation ein regelmäßiger Kontakt zwischen Ihnen, uns als Ihren Diabetes-"experten" und Ihrem betreuenden Gynäkologen sowie der Entbindungsklinik. Kommen Sie gerne jederzeit (rechtzeitig!) auf Ihr Diabetes-Team der Diabetes-Schwerpunktpraxis Dr. med. E. Hunke zu. Wir freuen uns auf Sie!

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